16.08.2007 Hamburg
05.08.2007 Portsmouth
28.07.2007 Cherbourg
21.07.2007 Brest
11.07.2007 Vigo
07.07.2007 Porto
23.06.2007 Villamoura
07.06.2007 Malaga
26.05.2007 Palma de Mallorca
11.05.2007 Trapani
21.04.2007 Sirakusa
05.04.2007 Lefkas
31.03.2007 Pylos
24.03.2007 Iraklion
14.03.2007 Rhodos
10.03.2007 Fethiye
13.11.2006 Anatalya
10.11.2006 Finike
07.11.2006 Kalkan
04.11.2006 Mamaris
31.10.2006 Bodrum
24.10.2006 Naxou
14.10.2006 Athen
06.10.2006 Athen
01.10.2006 Athen
26.09.2006 Ithaki
22.09.2006 Korfu
19.09.2006 Catania
08.09.2006 Palermo
01.09.2006 Palma de Mallorca
31.08.2006 Ibiza
28.08.2006 Ibiza
26.08.2006 Puerto de Morayra
25.08.2006 Alicante
24.08.2006 Cartagena
23.08.2006 Garrucha
22.08.2006 Almerimar
20.08.2006 Motril
18.08.2006 Malaga
18.08.2006 Fuengirola
15.08.2006 Gibraltar
14.08.2006 Barbate
13.08.2006 Puerto Sherry
12.08.2006 Faro
06.08.2006 Peniche
03.08.2006 Lisboa
30.07.2006 Viana do Castelo
26.07.2006 Porto Novo
23.07.2006 Brest
19.07.2006 Peter Port/Guernsey
14.07.2006 Cherbourg
09.07.2006 Den Helder
06.07.2006 Hamburg
|
Hamburg 18.08.2007
Mit zunehmender Nähe der Heimat nimmt der Ansturm der Vereinsmitglieder auf die VERANO zu. In Portsmouth kommen fünf frische Mitsegler an Bord: Mille und Kerstin haben schon so manche Sommerreise und viele Wochenendtörns mitgemacht. Mike, der Bordhesse, sorgt für die Mundartenvielfalt an Bord und ist auch ein langjähriger treuer Veranosegler. Konstantin und Juliane, die Filmhochschulstudenten, sind unsere Youngster an Bord, was bei der zunehmenden Vergreisung der Vereinsmitglieder schnell deutlich wird. Zusammen mit Rainer und Henning ist das Schiff seit langem wieder gut besetzt.
Zur Einstimmung beginnt der Törn mit einem Hafentag. Schließlich ist die „Cowes Week“. Mille und Kerstin verholen sich per Fähre und Bus nach Cowes auf die Isle of Wight und werden von einem Meer voller Spinnaker empfangen. Der kleine Ort ist zum Regattastart in Pulverdampf gehüllt, denn die einzelnen Wettfahrten werden mit echten Kanonenschüssen gestartet.
Seit 1957 veranstaltet der RORC (Royal Ocean Racing Club) die "Cowes Week", in jedem ungeraden Jahr zusätzlich den legendären Admirals-Cup. Er ist einer der bedeutendsten Segelwettbewerbe und gilt als inoffizielle Weltmeisterschaft im Hochseesegeln. Ursprünglich waren nur nationale Mannschaften mit je drei Booten zugelassen, seit 2003 gehen Vereinsmannschaften mit je zwei Booten an den Start. Aufgrund der schwierigen Windverhältnisse und starken Tidenströme in diesem Segelrevier ist das Segeln für die Crews eine große Herausforderung. 1973 gewann zum ersten Mal ein deutsches Team. Und unser Skipper Rainer war dabei – an Land!
Henning verschwindet in den "Dockyard-Museen", in dem nicht nur die HMS "Victory" – das originale Segelkriegsschiff, auf dem der Admiral Lord Nelson in der Seeschlacht von Trafalgar 1805 tödlich verwundet wurde - besichtigt werden kann, sondern auch viele andere interessante Aspekte der Seefahrt und des Seekrieges beleuchtet werden. So erscheint der Falklandkrieg hier als großartiges Pfadfinderabenteuer, ohne dass man etwas über die politischen Hintergründe erfährt. Die Seeschlacht von Trafalgar wird mit viel Pulverdampf, hin- und herrutschenden Kanonen und Eimer voller abgerissener Hände und Füße bei einem Soundtrack von herzzerreißendem Geschrei der tödlich Verwundeten zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Zwischen den verschiedenen Museumshallen auf dem ehemaligen Werftgelände fahren junggebliebene Mitsechziger mit ferngesteuerten Panzermodellen in Kinderwagengröße zwischen den Museumsbesuchern herum.
In der "Action Station" durchlaufen Kinder und Teenager verschiedene Ausbildungsetappen der "Special Force". Da sieht man die lieben Kleinen, wie sie mit schweren automatischen Waffen wild im elektronisch simulierten Schießstand herumballern oder im Kampfhubschraubersimulator Raketen abschießen. Aber nicht nur Waffenfetischisten und Interessenten der Kriegskunst kommen hier auf ihre Kosten, sondern auch pazifistisch eingestellte Freunde der Seefahrt.
Schließlich wollen wir doch noch segeln und verlassen am Sonntag den Hafen von Portsmouth Richtung Osten nach Brighton, der Geburtsstätte der Seebäder und Seebrücken. Raumschots merken wir kaum, dass sich immer mehr Wind aufbaut. Erst als wir die Segel bergen und in den überfüllten Hafen über die Barre motoren, merken wir, wie es in den Wanten pfeift. Wir liegen längsseits im Wind eines wesentlich kleineren Schiffes. Hinter uns verhandeln Innen- und Außenlieger über eine geringfügige Havarie. Über Nacht lässt der Wind - wie erwartet - nach. Am nächsten Tag (Dienstag) segeln wir vorbei an „Beachy Head“ nach Dover, wo wir einen Hafentag verbringen. Der Aufenthalt auf der "Insel" hat uns gut gefallen und unser Bild von der kulturellen Vielfalt in Europa stark erweitert. Zwischen Tattoostuben und Fish- and Chipsläden gibt es ein viel zu wenig beachtete Symbiose: Auf den wohlgenährten und aufgedunsenen Körpern lassen sich Unmengen von den "schönen" und zumeist bunten Bildmotiven in die schwabbelige weiße oder rot verbrannte Haut stechen. Die Modeerscheinung – mit freiem Oberkörper durch die Straßen zu laufen – ermöglicht es uns, die zum Teil flächendeckenden Tattoos ausgiebig zu studieren.
Auf unserem Kurs über den Englischen Kanal nach Frankreich kreuzen wir das Verkehrstrennungsgebiet ohne Verluste und finden im Yachthafen von Dünkirchen einen akkuraten Liegeplatz. Wir essen gut im Restaurant des ortsansässigen Yachtklubs. Freitag mogeln wir uns durch die der Küste vorgelagerten Sände, immer an der Industrieküste entlang bis in den weitläufigen Handels- und Fährhafen Zeebrügge (Belgien). Im hintersten Winkel, dem ehemaligen Fischereihafen, liegt absolut geschützt der komfortable Yachthafen.
Am folgenden Sonnabend gehen – leider schon nach einer Woche - Konstantin und Juliane von und Oldi Werner, Vereins-Urgestein der ersten Stunde, kommt an Bord, um uns in "seinem" heimischen Gewässer sicher nach Hamburg zu begleiten. Ein Teil der Crew erschließt sich auf unterschiedlichen Wegen (Straßenbahn, Bus, Taxi) die sehenswerte Stadt BRÜGGE, ein historisches und kulturelles Kleinod Europas. Nicht so bekannt sind die exquisiten Brügger Pralinen. Henning kehrt mit 4 kg der kalorienreichen Leckereien für seine Lieben Daheim an Bord zurück und muss sich heftig gegen die "gierigen" Anstürme der Mannschaft wehren.
Die folgende Etappe (ca. 65 sm) führt uns am Sonntag direkt nach Schevenigen/Holland. Das alte Seebad mit großer Seebrücke hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Viele Neubauten sind entstanden und trotzdem ist der Charme des alten Seebades mit großem Yachthafen nicht verloren gegangen.
Wir beschließen am folgenden Tag, Montag, den 13.8.2007, aufgrund der Wetterlage mit den für den übernächsten Tag angedrohten kräftigen Sturmböen aus West von hier direkt Cuxhaven anzulaufen. Bei den noch blasenden moderaten Südwinden rechnen wir für die ca. 230 sm mit 35/36 Stunden Fahrzeit. Wir verproviantieren uns und laufen bei schönstem Sonnenschein aus. Den Helder bleibt an Steuerbord liegen. In der Nacht segeln wir an der endlosen Kette der holländischen und ostfriesischen Inseln entlang. Danach kreuzen wir die Verkehrstrennungsgebiete Wilhelmshaven und Weser und erreichen nach langer Reise die Einfahrt zur Elbe. Tonne 1 liegt BB querab. An der südlichen Außenseite des Tonnenstriches rauschen wir sicher an der Sänden und Untiefen vorbei Richtung Cuxhaven. Auf halben Weg – in Höhe der Hamburger "Außenstelle" Neuwerk - kentert der Strom ungünstig gegen uns. Unter Maschine kämpft sich die Verano nun mühsam – teilweise in Schleichfahrt - zur Kugelbake. Verzweifelt suchen wir die "Strömungsschatten" zwischen den Buhnen, 2 kn Fahrt über Grund im Durchschnitt, manchmal sind es nur noch 1,5 kn. Endlich stehen wir gegen 22.00 Uhr vor der Einfahrt zum Yachthafen Cuxhaven. Mitten drin nickt die VERANO kräftig mehrmals und sitzt fest in der Hafeneinfahrt. Zwischen der roten und grünen Hafeneinfahrtsbefeuerung ist wahrlich kein guter Liegeplatz. Mindestens 3,50 m Wassertiefe sollen hier bei Niedrigwasser sein. Und das Wasser läuft noch ab. In dieser prekären Situation setzt Henning behände zwei rote Lichter, die uns als Grundsitzer ausweisen. Rainer müht sich derweil ab, das Schiff durch Vor- und Rückwärtsfahrt gefühlvoll zu drehen. Es dauert. Wir nutzen den heranlaufenden Schwell eines großen Frachtschiffes und sind frei. Im benachbarten Handelshafen finden wir neben einem Ausflugdampfer einen vorläufigen Liegeplatz. Mit auflaufendem Wasser wurde drei Stunden später die Verano sicher in den Yachthafen verholt.
Rainers verlässt noch im Handelshafen krankheitsbedingt - er hüstelte fiebrig seit den Kanalinseln - gegen 23.00 Uhr das Schiff. Der Krankentransporteur, Freund Dirk, wartete schon seit 20.00 Uhr auf Verano und Skipper.
Die Crew unternahm in den nächsten (Zwangs)-Hafentagen ein paar schöne Ausflüge: Mit der modernen Katamaranfähre nach Helgoland, zurück mit dem traditionellen Dampfer "Alte Liebe". Die Einschiffung vor Helgoland erfolgt auf der Reede mit Hilfe der alten "Bördeboote". Bei kräftiger Brise und Regen ist allein dieses Manöver schon ein kleines Abenteuer. Wild tanzt das Bördeboot auf der Leeseite des Dampfers und die Passagiere werden von vier kräftigen Helgoländer Armen in die kleine Einstiegsluke des Dampfers geschoben und gezogen.
Am nächsten Tag bringt uns die Eisenbahn nach Bremerhaven. Hier fordert das großartige Schifffahrtsmuseum alles von uns. Das Auswanderungsmuseum wird von Werner, Mille und Kerstin als nächstes angesteuert, während Henning nicht einmal im Schifffahrtsmuseum alle Abteilungen schafft.
Samstagmorgen, 18. August 2007, ist VERANOS offizieller Rückfahrtag nach Hamburg. Vera, Christine, Janne und Skipper Jan kommen mit der Eisenbahn und ergänzen die Mannschaft. Zwei Stunden vor Niedrigwasser hoffen wir die lästige Barre passieren zu können. Der Hafenmeister bestätigt uns in dieser Hoffnung. Durch das Grundsitzermanöver sind wir bei ihm hoch angesehen. Das Setzen der zwei roten Lichter hat ihn wirklich begeistert. Er wollte uns schon den Rettungskutter schicken, um uns freischleppen zu lassen. 5 Meter Wassertiefe soll seine Hafeneinfahrt normalerweise haben. Im Moment sind es bei Niedrigwasser nur noch gut 2 Meter. Der Bagger ist bestellt. Aber so lange wollen wir nicht warten. Die Spannung an Bord ist groß. Wenn wir es jetzt nicht schaffen, müssen wir mindestens vier Stunden warten und kommen möglicherweise erst um Mitternacht in Hamburg an. Skipper Jan fährt mit kleiner Fahrt auf die Hafenausfahrt zu und schiebt uns wieder genau auf die Barre: Die Verano nickt einmal und sitzt wieder fest! Aus eigener Kraft "mühlen" wir uns wieder frei. Auch der zweite Versuch scheitert. Beim dritten Versuch quetschen wir uns ganz eng an die Nordwestseite der Einfahrt und kommen durch. Wie haben es geschafft und schwimmen im Fahrwasser der Elbe zwischen einem Windjammer und vielen Oldtimern mit zwei und mehr Masten herum. Heute ist Oldietreffen in Cuxhaven.
Der Ebbstrom will heute gar nicht aufhören. Laut Tidenkalender soll das Wasser schon lange auflaufen, aber der Strom hat sich das anders überlegt und verzögert heftig das Vorankommen. Nach anfänglichem Segeln wurde der Rest der Strecke unter Motor zurückgelegt. Pünktlich um 19.45 Uhr wurde die Verano im Citysportboothafen von Hamburg - unter Beifall von herbeigeströmten Vereins- und Familienmitglieder - nach insgesamt 9.504,45 sm festgemacht. Ein kleiner Sektempfang und anschließendem Essen im benachbarten Feuerschiff beendete die lange Reise.
Die SY Verano hat sich wacker geschlagen. Außer Verschleiß- und kleinen Außenhautreparaturen, die Henning immer zügig und erfolgreich in Angriff nahm, waren keine Schäden zu beklagen. Der geplante Törnablauf konnte exakt eingehalten werden. Eine gelungene und für alle Beteiligten eine erlebnisreiche und spannende Reise. Allen herzlichen Dank, die diese Fahrt bis zu ihrem guten Ende hier in Hamburg unterstützt haben.
nach oben
|